Evangelisch-reformierte Kirche Ditzumerverlaat
Geschichte
Die reformierten Einwohner Ditzumerverlaats besuchten zunächst noch die Gottesdienste in der Ditzumer Kirche. Da die Fischer und Seeleute aber einen weiten Fußweg zurücklegen mussten, wurde der Wunsch nach einem eigenen Pastor immer stärker. So kam es 1844 zur Anstellung eines eigenen Seelsorgers für Ditzumerverlaat, der allerdings selber finanziert werden musste und nach wie vor Ditzum unterstand. In den Wintermonaten diente die alte Schule als Versammlungsraum. Im Jahr 1887 wurde die Kirchengemeinde Ditzumerverlaat gegründet. Erster Pastor war Julius Walter, der hier von 1887 bis 1895 wirkte. Mithilfe von Spenden aus dem ganzen ostfriesischen Raum wurde 1896 der Bau des ersten Kirchengebäudes am Ort ermöglicht[1] und die Kosten von 28.000 Mark gedeckt. Der Kirchengemeinde wurden die Gebiete von Norderbunderhammrich, Wynham, Heinitzpolder und ein Teil von Kanalpolder zugeschlagen.[2]
1922 wurden die Kirchengemeinden Ditzumerverlaat und Landschaftspolder zusammengelegt und pfarramtlich verbunden. Seit 1973 ist der Ditzumerverlaatjer Pastor zudem für Süd-Bunderhammrich und seit 1984 für Ditzumerhammrich zuständig. Später wurde die Mitarbeit auf den Seelsorgebezirk „Bund-Nord“ ausgedehnt.
Innen
Der Innenraum ist, wie für reformierte Kirchen üblich, schlicht gestaltet und bot ursprünglich 250 Besuchern Platz.[5] Nach dem Entfernen von Bänken kann die Kirche heute 150 Besucher beherbergen. Der Raum wird durch die Farben Rot und Weiß beherrscht. Ursprünglich befand sich an der Ostseite über der Kanzel eine Empore, auf der die Orgel aufgestellt war und wo die armen Besucher einen Sitzplatz fanden. Heute erinnern die erhaltenen Balkenköpfe und das hölzerne Maßwerk an die ehemalige Empore. Darüber sind zwei Bibelverse an die Wand gemalt, links „Verlasst euch stets auf den Herrn, denn Gott der Herr ist ein ewiger Fels“ (Jes 26,4) und rechts „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Heb 13,8). Die weiße Balkenkonstruktion mit Querbalken, die von Kopfbändern gestützt werden, hebt sich vor dem roten Hintergrund der Decke ab.
Die polygonale hölzerne Kanzel in roter Fassung ist mittig an der Ostwand aufgestellt. Sie ruht auf einem viereckigen Pfosten mit einem profilierten sechseckigen Fuß und ist durch Treppe an der rechten Seite zugänglich. Eine Kanzelrückwand verbindet den Kanzelkorb mit dem sechsseitigen Schalldeckel. Vor der Kanzel steht der schlichte Abendmahlstisch. Rechts davon steht seit einigen Jahren ein holzsichtiges, querrechteckiges Lesepult. Das rote Kirchengestühl ist in drei Blöcken aufgestellt.
Zu den Vasa sacra gehört ein Abendmahlskelch aus der Auricher Schlosskapelle, der zwischen 1559 und 1599 geschaffen wurde, und das Wappen der Cirksena und des schwedischen Hauses Wasa trägt. Meister Evert Gerdes schuf Ende des 17. Jahrhunderts eine Kanne und ein unbekannter Meister eine Patene. Die Taufschale im Jugendstil stammt aus dem 19. Jahrhundert. Ein Gabenteller wurde 1893 gestiftet und ein silbervergoldeter Brotteller ist unbezeichnet.